Sie befinden sich hier: Start arrow Aktuell arrow Zwischenruf arrow Irrweg
Irrweg PDF Drucken E-Mail

(c) photocase.comZwischenruf, Berlin, 03. April 2009

Die Ministerien für Wirtschaft und für Umwelt haben oft gegensätzliche Interessen. Doch jetzt haben sie sich auf einen Gesetzentwurf verständigt, der Regeln für unterirdische CO2-Endlager festlegt. Das Bundeskabinett hat dem Kompromiss von Gabriel und Guttenberg zugestimmt und ihn als Regierungsvorlage verabschiedet. Nun sind Bundestag und Bundesrat am Zug. Doch schon jetzt ist sicher: das kommende parlamentarische Verfahren wird der Entwurf in dieser Fassung nicht überstehen. EUROSOLAR wird sorgsam darauf achten, dass nicht wie bei der Atomenergie schon wieder ein tödlicher Irrweg beschritten wird.

Dieses Gesetz ist ein Begünstigungsgesetz für die Betreiber von Kohlekraftwerken. Es enthält Planungsprivilegien ohne Nutzungskonkurrenz und verteilt die Risiken ungleich, vor allem auf den Staat. Anstatt administrative und bürokratische Hindernisse bei der Standortsuche für Erneuerbare Energien abzubauen, soll es nun bei einer Unsinns-Technologie zügig vorangehen.

Bei der Abscheidung von CO2 aus Kohlekraftwerken und dessen unterirdischer Endlagerung ist allerhöchste Vorsicht angebracht. Es gibt  keinerlei Gewissheit, dass diese Technik funktioniert, und die Speicherung wird erst seit kurzem in einem Pilotprojekt ausprobiert.

Die Kohlekonzerne wollen mit ihrem Hirngespinst der CO2-Lagerung Genehmigungen zum Bau neuer Kraftwerke erschleichen. Aber dass „saubere Kohle“ klimafreundlich genutzt werden kann, ist ein Märchen. Anstatt Kohlendioxid zu erzeugen und irgendwo zu verpressen, ist es besser, die Produktion des Klimagases massiv zu verringern.

Helmut Lölhöffel

Artikel  Artikel "CCS-Gesetzentwurf widerspricht Europarecht und effektivem Klimaschutz" (aus Solarzeitalter 1/2009)

Link zur EUROSOLAR-Infoseite "CO2-freie Kraftwerke: Kein Beitrag zum Klimaschutz"

Infoblatt  Infoblatt "CO2-freie Kraftwerke": Kein Beitrag zum Klimaschutz (pdf)

 
< zurück   weiter >