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Editorial von Hermann Scheer, erschienen in Solarzeitalter 4/2009, Dezember 2009
Die 15. Weltklimakonferenz in Kopenhagen samt ihrem monatelangen Vorlauf verlief wie eine Schallplatte, die zum 15. Mal seit der ersten in Berlin 1995 aufgelegt wurde. Jedes Mal wurde ein großer Erwartungshorizont aufgebaut, der kurz vor der Konferenz wieder heruntergeschraubt werden musste, weil das Gefeilsche um die Lastenverteilung erneut keinen Erfolg signalisierte. Dann mündeten die jeweiligen Konferenzen bestenfalls in einen Minimalkompromiss, der die Klimakatastrophe nicht wirklich aufhalten kann. Dieser wird dann von den verhandelnden Regierungen als Erfolg gewertet, damit sie nicht mit leeren Händen dastehen. Manchmal wird dann sogar als Erfolg hingestellt, dass eine Folgekonferenz beschlossen worden ist.
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Artikel von Axel Berg, erschienen in Solarzeitalter 4/2009, Dezember 2009
Plädoyer für eine Neubesinnung auf vernünftiges Handeln und nachhaltiges Wirtschaften Die Welt braucht neue Impulse. Und neuen Reichtum für alle. Business-as-usual, So-weiter-machen wie bisher, ist keine Alternative. Denn wir stehen in Deutschland und global vor drei sich verschärfenden Krisen: der Energiekrise, der Wachstumskrise und der Klimakrise. Diese drei existenziellen Probleme unserer Gesellschaft brauchen einen integrierten Lösungsweg – obwohl oder auch gerade weil sie häufig isoliert betrachtet und diskutiert werden. Wir brauchen einen Pfad, der uns zu Wachstum, sozialer Sicherheit, Klimaschutz und Energiesicherheit führt.
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Artikel von Irm Pontenagel, erschienen in Solarzeitalter 4/2009, Dezember 2009 Das Desertec-Projekt stellt sich gerne als das einzige Großprojekt zum Ausbau der Erneuerbaren Energien dar, im Gegensatz zum Ausbau im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hierzulande aber auch in allen anderen europäischen Staaten, in denen ähnliche Einführungsmechanismen gelten. Auch die Presse hat die PR-Kampagne des Desertec-Konsortiums überaus positiv aufgenommen. Grundtenor in vielen Medien war dabei die Behauptung, dass mit Desertec Erneuerbare Energien endlich im großen Stil ausgebaut würden, obwohl bisher außer Pressekonferenzen und der Veröffentlichung von Powerpoints und Werbebroschüren nichts passiert ist. So als wäre es nur wichtig, ein möglichst spektakuläres Projekt anzukünden und es virtuell möglichst plastisch darzustellen.
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Artikel von Reiner Priggen, erschienen in Solarzeitalter 4/2009, Dezember 2009 ... bis heute von den Verantwortlichen vertuscht.
Die Region rund um Jülich – 30 km nordöstlich von Aachen – ist 1978 nur knapp einer Atomkatastrophe entgangen. Das bestätigt eine Studie von Reiner Moormann, der im Forschungszentrum Jülich (ehemals „Kernforschungsanlage“) über die Sicherheit des Forschungsreaktors AVR in Jülich gearbeitet hat. Dieser Reaktor ist zwar seit 1988 stillgelegt, steht aber immer noch auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich. 1978 drangen 30.000 Liter Wasser unkontrolliert in den Reaktorkern. Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass es damals nicht zum „größten anzunehmenden Unfall – GAU“ kam. Vieles deutet darauf hin, dass der Reaktor jahrelang außerhalb zulässiger Sicherheitsbestimmungen betrieben wurde – mit Wissen der Verantwortlichen. Es zeigt sich, der immer als „inhärent sicher“ propagierte sog. „Kugelhaufen- bzw. Hochtemperaturreaktor“ war alles andere als sicher. Seine Technik war und ist nicht beherrschbar.
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Editorial von Hermann Scheer, erschienen in Solarzeitalter 3/2009, Oktober 2009
Jedes Ergebnis einer politischen Wahl wird von den Wahlsiegern so ausgelegt als wäre das gleichbedeutend mit einer Zustimmung der Wählermehrheit zu allen ihren einzelnen Programmpunkten. Wenn es um die zentralen energiepolitischen Streitfragen geht, so ist das mit Sicherheit nicht der Fall. Die neue schwarz-gelbe Regierungsmehrheit ist trotz und nicht wegen ihrer energiepolitische Positionen der drei Parteien CDU, CSU und FDP gewählt worden. Eine andere Frage ist, warum die klar erkennbaren Gegensätze zwischen den beiden Parteigruppierungen nicht ausschlaggebend genug waren, eine schwarz-gelbe Mehrheit verhindern zu können. Dies hängt offensichtlich vor allem mit dem wirren Gesamtzustand der SPD zusammen, ihrer für die große Mehrheit der Wähler unattraktiven Regierungsperspektiven zwischen Fortsetzung der Großen Koalition oder einer Ampelkoalition mit der FDP, sowie mit dem Fadenriss zwischen SPD und großen Teilen ihrer angestammten Wählerschaft.
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Artikel von Thorsten Euler, erschienen in Solarzeitalter 3/2009, Oktober 2009
Vor genau 60 Jahren rief der damalige US-Präsident Truman die Welt auf, sich in den Kampf gegen die Unterentwicklung zu stürzen. Was folgte waren Jahrzehnte von Programmen, Projekten und Ideen, vom Aufbau von Schwerindustrie bis hin zur „Hilfe zur Selbsthilfe“. Nun schickt sich ein Konsortium aus deutschen Firmen an, den Spagat zwischen der Sicherstellung der Energieversorgung Europas und dem Wirtschaftswachstum in Afrika zu schaffen. Doch blickt man auf die Karte des Desertec-Projekts und des zugehörigen interkontinentalen Verbundnetzes, so fragt sich der größte Teil Afrikas, wo er denn dabei geblieben sei.
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Artikel von Valentin Hollain, erschienen in Solarzeitalter 3/2009, Oktober 2009
Solarthermische Kraftwerke sind im Grunde Dampfkraftwerke, die sich zur Dampferzeugung direkter Sonneneinstrahlung bedienen. Doch leider sind Einstrahlungswerte dort optimal, wo es an Wasser mangelt. Ohne Wasser funktioniert jedoch ein solarthermisches Kraftwerk nicht. Die Kraftwerksbetreiber haben die Wahl zwischen der zunächst kostengünstigen Nutzung zumeist fossilen Grundwassers oder der Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Nutzung entsalzten Meerwassers, was beides mit entsprechenden Kosten verbunden ist.
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